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"Einfach stark" - Seligsprechung von Mutter Alfons Maria

Ende Januar 2018 herrschte große Freude bei den Schwestern vom Göttlichen Erlöser (Niederbronner Schwestern). Der Hl. Vater Papst Franziskus hatte Kardinal Angelo Amato, Präfekt der Kongregation für Heiligsprechungen, in einer Privataudienz bevollmächtigt, das Dekret über das Wunder zu veröffentlichen, das auf die Fürbitte der Dienerin Gottes Alfons Maria Eppinger (1814-1867) geschehen ist.

Damit war – nach der Anerkennung ihres vorbildlichen Lebens im Jahr 2011 – der letzte formale Schritt erfüllt, um die Gründerin der Schwestern vom Göttlichen Erlöser (Niederbronner Schwestern) offiziell von der Kirche selig zu sprechen. Am Sonntag, den 9. September 2018, nahm Kardinal Angelo Amato in einem Festgottesdienst in der Kathedrale von Straßburg, die Seligsprechung vor.


Eine Seligsprechung?
Braucht es das heute überhaupt noch? Wozu soll das gut sein?

Mit einer Seligsprechung bestätigt die Kirche das vorbildliche Leben dieser Person aus dem Glauben und dass sie nun öffentlich verehrt und um ihre Fürbitte angerufen werden darf. Auf ganz erstaunliche Weise wird eine Frau zum Vorbild, die kaum lesen und schreiben kann; die immer wieder monatelang bettlägerig und krank ist und von ihrer Familie versorgt werden muss. Heute würden wir sagen: ein ziemlich aussichtloser Fall, ohne gesellschaftlichen Einfluss, schlechte Entwicklungsprognosen.

Und diese Frau wird zur Gründerin einer Ordensgemeinschaft, die heute weltweit in Angola, Argentinien, Deutschland, Frankreich, Indien, Kamerun, Namibia, den Niederlanden, Portugal, Österreich, Slowakei, Tschechien und Ungarn vertreten ist – den Schwestern vom Göttlichen Erlöser oder „Niederbronner Schwestern“, wie wir im Volksmund genannt werden; sowie von zwei weiteren Kongregationen, die aus ihrer Gründung hervorgegangen sind: den Würzburger Erlöserschwestern und den Schwestern vom Göttlichen Erlöser (Sopron/Rom).


Leere Hände,
statt Leistungsgedanken

Mutter Alfons Maria Eppinger weiß um ihre persönlichen und menschlichen Grenzen. Sie weiß, dass sie vieles nicht (alleine) leisten kann und vertraut, in allem auf Gott. Sie weiß, dass die Gründung der Ordensgemeinschaft allein Gottes Werk ist und nur durch Gott zum Segen werden kann. Immer wieder betet sie: „Du musst das jetzt tun. Ich kann es nicht.“ Erlösung ist nicht „machbar“, sondern geschieht als Geschenk für leere Hände. Das bedeutet für mich eine ungeheure Entlastung, wenn ich nicht nur auf meine Kräfte und Fähigkeiten vertrauen muss, sondern weiß, dass Gottes Möglichkeiten meine eigenen immer übersteigen, wenn ich mich ihm zur Verfügung stelle. Warum sollte meine Schwäche nicht zum Geburtsort einer ganz anderen Stärke werden?


Leidenschaftlich leben,
trotz und mitten im Leid

Schon als Kind ist Elisabeth betroffen von Jesus, dem Gekreuzigten. An einem Wegkreuz fragt sie: „Warum hat man Jesus gekreuzigt?“ Sie erfährt selbst viel Schmerzen, Leid und jahrlange Krankheitsphasen. Mitten im Leid findet sie einen Zugang zu Gott und seiner mit-leidenden Liebe. Dies wird für sie zum Ausgangspunkt für einen leidenschaftlichen Einsatz gegen das Leid in seinen unterschiedlichsten Formen, um den Menschen in ihren körperlichen und seelischen Nöten zu helfen.

Das bedeutet für mich, gerade auch in den schmerzhaften Momenten des Lebens offen zu bleiben für Gottes Gegenwart mitten im Leid und – manchmal sprachlos, aber mit berührtem Herzen – Fragen auszuhalten, Nähe zu schenken und dem Leiden leidenschaftlich zu begegnen.


Liebe erfahren
und entgrenzt weiterlieben

Eine Überzeugung trägt das Leben und Wirken von Alfons Maria Eppinger: Gott liebt mich, trotz meiner Schwächen und er liebt alle Menschen. Sie will alle Menschen Gottes nie endende Zuwendung und Barmherzigkeit erfahren lassen. Ohne auf Konfession, Religion oder sozialen Stand zu achten wendet sich die Ordensgemeinschaft allen zu.

Das bedeutet für mich, mich zuallererst von Gott geliebt und angenommen zu wissen. Diese Erfahrung weitet mein Herz und ermöglicht es mir, über den Tellerrand meiner kleinen Welt zu schauen, Grenzen in meinem Kopf zu überschreiten und tatkräftig aktiv zu werden, wo mein Herzblut gebraucht wird.

Das Zeugnis von Mutter Alfons Maria bleibt überzeugend – das Zeugnis eines für die Liebe Gottes verfügbaren Herzen.


EINFACH STARK!

Und daher feiere ich gerne!

Sr. Sara Thiel



Weitere Informationen finden Sie unter:
www.alfonza-maria-eppinger.com



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